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Gedanken: Self Care - Nur ein Punkt mehr auf der ToDo-Liste?

Aktualisiert: 19. Aug. 2020

Kaum ein Social Media Post kommt aktuell ohne #SelfCare aus. In meinem Instafeed wimmelt es vor Menschen in Badewannen, flauschigen Pullovern, perfekt manikürten Fingern an Teetassen und der Aufforderung, mir mit einem Rosenquarz durch Gesicht zu rollern. Ein bisschen ego-zentrierter Konsum und schon bin ich entspannt und erfolgreich. Kann es wirklich so einfach sein?


Zu Beginn des Jahres setzen sich viele von uns Ziele oder Intentionen. Häufig dabei ist „Ich will mehr Zeit für mich haben." Ein schönes Vorhaben. Was sich dabei kaum jemand fragt: Wofür? Dabei ist das doch eine echt gute Frage, denn wenn ich schon mehr Zeit mit mir selbst verbringe, dann ist es doch auch sinnvoll zu definieren, was ich in dieser Zeit anfangen könnte.Bei mir setzt dann das Störgefühl ein. Denn ein Bad zu nehmen, einen Tee zu trinken oder ein Buch zu lesen sind schöne Dinge – und im besten Fall entspannend. Schadet ja nicht. Mehr Entspannung können wir alle gebrauchen. Aber dann fragt mich meine kleine Stimme in dieser wohligen Duftkerzenatmosphäre, ob all diese Menschen (ich schließe mich dabei ein) damit nicht etwas anderes erreichen wollen? Vielleicht das Gefühl, im Leben etwas richtig zu machen? Gute Entscheidungen zu treffen? Am Ende des Lebens zufrieden zurückblicken zu können? Also ich kann da aufzeigen und „Jawoll, ich auch, ich bin dabei“ rufen.


Ich sitze im Segelboot und rudere (Pietro Ferrucci)

Wenn ich das so lese (siehe Zitat) kommt mir manchmal der Gedanke, dass wir alle gerne mal Dinge tun, die den Terminkalender (Nimm das Bad. Meditiere. Geh joggen) und die Schränke vollstopfen (Kauf den Rosenquarz. Und das Gesichtsserum). Und uns weniger damit beschäftigen, unser SELBST vollzustopfen. Im übertragenen Sinn.


Und ich stelle die ketzerische Frage: Könnten wir weniger DINGE TUN? Und stattdessen mehr SEIN und BESINNEN? Zum Beispiel auf die Intentionen vom Jahresstart – und ob diese noch passen und wir auf dem richtigen Weg sind? Was, frage ich mich, hält uns ab, uns mit unseren Intentionen zu beschäftigen? Uns wirklich mit uns selbst zu beschäftigen?


Nichts gegen Wannenbäder und flauschige Pullover – aber vielleicht ist es ein lohnenswerter Gedanke, einfach mal ein wenig mehr die Segel zu benutzen und weniger zu rudern.

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